Redaktion Dirk Jung www.dirkjung.de
Redaktion Dirk Jung | Journalismus | Fotografie - Lüdenscheid
header-schirm.jpg
Friday, 31. October 2014, 07:50 Uhr | Diese Seite wurde eingestellt am Saturday, 6. November 2004, 09:00 Uhr | letztes Update der Seite:07.11.2004, 09:00 Uhr

startseite


Folge Krid63 auf Twitter

-Anzeigen-



Tag 1 in Istanbul

11.05.04 - Heute in Istanbul angekommen – Stop – mein erstes Mal in Asien – Stop -

Ein Bericht in Form eines Tagebuchs vom Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul - Erlebnisse und interessante Details...
Von Dirk Jung

Alles ist im Vorfeld schief gelaufen: die Tickets für das Semi-Finale wurden nicht rechtzeitig geliefert und sollten dann ins Hotel in Istanbul gebracht werden, wo sie noch nicht angekommen sind. Die Tickets für das Finale mussten über ebay ersteigert werden, weil einem erst nach der Akkreditierung mitgeteilt wurde, dass auch die Journalisten Karten für die Veranstaltungen käuflich erwerben müssen, was völlig unüblich ist, aber von der Eurovision Broadcasting Union (EBU) so bestimmt wurde. Zum Zeitpunkt der Akkreditierung war das Finale allerdings bereits seit langer Zeit ausverkauft. Der Kontakt zu den örtlichen Veranstaltern – dem türkischen Sender TRT- oder zu dem offiziellen Ticketverkäufer Biletix waren mehr als miserabel. Der Informationsfluss und die zugewiesenen Kompetenzen seitens des „Head of Delegation“, dem NDR, hätten ebenfalls besser sein können.

Fazit: Wenn man keine große Redaktion im Rücken hat, die alles für einen erledigt, ist es fast unmöglich, nun in Istanbul zu einigermassen menschlichen Bedingungen zu arbeiten.

Nichtsdestotrotz: man wird Zeuge des größten Grand Prix d’Eurovision de la Chanson der fast 50-jährigen Geschichte.

Neuerdings meint man, französisch ist nicht international genug und nennt das ganze „Eurovision Song Contest“ mit der Begründung, dass ja nur der Preis selbst den französischen Namen trug – man muss es nicht verstehen, einfach nur so hinnehmen. Es ist der größte Song Contest, da dieses Jahr 36 (in Worten: sechsunddreißig!) Länder, die der EBU angehören, in den Wettbewerb gehen. 14 Länder stehen direkt im Finale am Samstag, das um 21 Uhr n der ARD übertragen wird, weitere 22 tragen am Mittwoch ein Semi-Finale aus, das um 21 Uhr vom NDR live gezeigt wird. Von diesen 22 Ländern können durch Televoting, an dem sich auch die deutschen Zuschauer beteiligen werden, nochmals 10 Länder ins Finale aufrücken.
Zur EBU gehören nicht nur europäische Länder, sondern seit Jahren auch viele afrikanische Länder und z.B. ein australischer Sender. Auch „down-under“ hat diese Sendung Kult-Status.

Nun zurück zu Istanbul: Heute ist also wieder volles Programm gewesen – seit einigen Tagen laufen in Istanbul Proben und Pressekonferenzen und Empfänge und Parties... Ab heute wird auch für rat+tat e.V. jemand alles etwas genauer betrachten.

Nun kann's losgehen..ABER: Organisation ist das halbe Leben....

Nachdem ich heute Nacht in Istanbul landete und nur ein paar Stündchen Schlaf hatte, war der Tag erstmal mit Organistorischem belegt. Akkreditieren, Unterlagen abholen, Teilnahme an Veranstaltungen die direkt und indirekt mit dem Grand Prix zu tun haben, bestätigen lassen und und und.

Aber ich habe auch tatsächlich Eurovisions-Luft schnuppern können – und dazu bin ich letztendlich in einer der äußersten Ecken Europas. Kaum an der Abdi-Ikpeci-Arena, wo sich alles abspielt, angekommen, hatten meine Kollegen und ich auch schon die Gelegenheit, die Proben von dem deutschen Max zu begutachten. Es waren nicht nur deutsche Journalisten und Fans in der Halle und die Anerkennung nach den einzelnen Lied-Vorträgen war vielversprechend mit dem Ausblick auf das Finale am Samstag. Deutschland ist eines der Länder, die sich nicht erst noch am Mitwoch durch ein Semi-Finale für das Finale am Samstag qualifizieren müssen. Wir sind eines der Länder, die die höchsten Beiträge in die Kassen der EBU einfließen lassen und die EBU sich so käuflich gemacht hat. Aber wollen wir darüber meckern? Schließlich ist es uns schon in einem Jahr mal so ergangen, dass wir aufgrund der miserablen Qualität eines Liedes nicht teilnehmen durften...übrigens das einzige Mal, dass Deutschland seit Bestehen des Contests 1956 nicht teilgenommen hat: Rekord!

Die Probe von Max war nicht nur musikalischer Natur – sein Set wurde auch eingeleuchtet. Der Fernsehzuschauer – und natürlich auch die 9000 Besucher in der Halle, können sich auf eine Bühne freuen, die wirklich beeindruckend sein wird. So flexibel in der Gestaltung war sie noch nie zuvor. Hier muß man sich einfach überraschen lassen. Es sollte vielleicht eher ein Schlußsatz sein, aber: Leute, hängt Euch vor die Fernsehgeräte am Samstag!

Bei den Pressekonferenzen ist Partystimmung. Nach den Proben der einzelnen Interpreten stellen sich diese samt Leitung der Delegation des Landes und diversen anderen Leuten der Presse. Max hatte neben Stefan Raab die komplette Band „The Heavytones“ auf das Podium gebeten. Diese kamen zum Ende der Konferenz auch zum Einsatz: hatten Stefan Raab und Max tags zuvor noch eine „very gay version“ des Liedes auf türkisch dargeboten, ging es heute mit mehr Tempo zur Sache. In der Landessprache der Gastgeber wurde eine sehr orientalische Version, begleitet von viel Applaus der Presse, zum besten gegeben.

Auch während der Probe hatte Max eine Strophe des Liedes in türkisch gesungen. Abends konnte ich bei der Aufzeichnung von TvTotal anwesend sein und mich später noch mit Max unterhalten. Natürlich fragte ich nach, ob er denn am Samstag auch auf türkisch oder vielleicht auf deutsch singen würde. So wie Max sich äußerte, wird nur die englische Sprache zu hören sein. Dass er seine Augen während des Gesangs immer geschlossen hält und es daher hier und da Kritik gebe, kommentierte er, er habe während der Probe versucht, die Augen einmal geöffnet zu halten, aber die Kamera hätte in dem Moment nicht auf ihn gehalten. Er werde aber während des Finales so singen, wie er es bisher auch tat – seine Freundin ergänzte, dass er immer mit geschlossenen Augen singe und sie es beim Singen gar nicht anders von ihm kenne. Nun, man kann auch mit geschlossenen Augen einen Wettbewerb gewinnen und wenn dann das Gefühl für die Musik besser den Weg zu einem selbst findet, was soll daran falsch sein?

Die anwesenden Fanclubs sehen Max heute noch auf dem - gar nicht schlechten – 6. Platz. Spitzenreiter ist momentan Sakis Rouvas aus Griechenland mit seinem Song „Shake It!!“ – na da wollen wir doch mal sehen, wer da wo an was rüttelt und schüttelt...

weitere Artikel in dieser Kategorie:

Tag 2 in Istanbul
Tag 3 in Istanbul
Tag 4 + 5 in Istanbul
Tag 6 in Istanbul
FAZIT
Besser spät als nie




zuletztbearbeitet



-Anzeige-




-Anzeige-
Blumenversand

SEITEWEITEREMPFEHLEN Seitebookmarken RSS Seitenanfang zurück Druckansicht Suche Sitemap Impressum Gästebuch Newsletter Tip

Diese Seite wurde hier eingestellt am Saturday, 6. November 2004, 09:00 Uhr