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Tuesday, 9. February 2010, 09:14 Uhr | Diese Seite wurde eingestellt am Thursday, 16. December 2004, 21:45 Uhr | letztes Update der Seite:21.01.2007, 21:45 Uhr

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Das Phantom der Oper

Filmpremiere in München

eines von verschiedenen Filmplakaten
Der deutschsprachige Soundtrack der Filmfassung des erfolgreichen Musicals ist seit dem Nikolaustag auf dem Markt. Am 16. Dezember folgte auch der dazugehörige Film des Regisseurs Joel Schumacher (Nicht auflegen!, Batman Forever, Die Jury). Das Drehbuch schrieb er mit Sir Andrew Lloyd Webber (Jesus Christ Superstar, Evita, Cats) höchstselbst – und dieser ergänzte seine Komposition: es wurde noch etwas mehr Musik unterlegt und schliesslich kam mit „Dein Weg ist einsam“ (gerade in der Originalversion mit einer Golden Globe Nominierung geadelt) noch ein völlig neues Lied hinzu.


Von Dirk Jung

Mit dem Kauf des Romans von Gaston Leroux „Phantom der Oper“ aus dem Jahr 1911 in einem New Yorker Antiquariat legte Andrew Lloyd Webber den Grundstein für den Erfolg seines Musicals. Die damals angelegten 50 Cent sollten sich mehrfach auszahlen: 1986 trat das Stück mit der Londoner Premiere seinen Zug um die Welt an und ist bis heute eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten.

Die Geschichte

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Deutsches Gesangstrio
© Dirk Jung

Die Geschichte des Phantoms hat sich für den Musical-Film kaum geändert. Bekannt ist, dass das Phantom in der Pariser Oper haust und dort sein Unwesen treibt. Das neue Management überträgt eine Hauptrolle einer Aufführung an die junge Christine, als die Diva La Carlotta durch einen Unfall auf der Bühne ausfällt. Es stellt sich heraus, dass das Phantom hinter diesem und einigen anderen Unfällen steckt. Als La Carlotta wieder singen kann, zwingt das Phantom die Theaterleitung aus Liebe zu dem jungen Mädchen dazu, diese gegen Christine auszutauschen.

Raoul, der künstlerische Leiter, erkennt in Christine seine Jugendliebe und zwischen den beiden entwickelt sich zum Leidwesen des Phantoms eine Beziehung. Letzterer will sich nicht kampflos geschlagen geben und im Opernhaus eröffnet er den erstaunten Gästen des Silvesterballs, bei dem er plötzlich auftaucht, dass er eine eigene Oper zur Aufführung bringen will. Die Hauptrolle soll Christine spielen.

Tickets für DAS PHANTOM DER OPER in Essen!
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Am Tag der Premiere verriegelt die Gendarmerie das Theater, um das Phantom fangen zu können. Dies wehrt sich allerdings mit einer jeden Musicalbesucher beeindruckenden Szene: der riesige Kronleuchter des Innenraums läßt es auf die Bühne krachen.

Das Phantom schnappt sich in dieser Situation Christine, doch Raoul kann ihnen in die Katakomben des Theatergebäudes folgen. Dort erkennt das Phantom, dass es wahre Liebe gibt und läßt Christine und Raoul ziehen. Seit dem ward es nicht mehr gesehen.

Unterschied zur Bühnenfassung ist, dass der Film in einer Rückblende aus Sicht des gealterten Raoul gezeigt wird. Zudem wird in Einblendern die Vergangenheit des Phantoms beleuchtet und so dessen Bösartigkeit verständlicher gemacht.

Sänger, Schauspieler

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Patrick Wilson
© Dirk Jung
In der deutschen Fassung singt Uwe Kröger den Part des Phantoms, der aus Rollen in der Stuttgarter „Miss Saigon“ oder in „Sunset Boulevard“ an der Seite der herausragenden Helen Schneider bekannt wurde.

Den hinzu komponierten Titel singt Jana Werner. Im Soundtrack übernimmt sie die Rolle der Christine, in der Originalfassung („Learn to be lonely“) wird das Lied von Minnie Driver, der Darstellerin der Carlotta, gesungen. Interessanter Aspekt der englischen Filmfassung ist, dass Minnie Driver sich bei den anderen Songs hat synchronisieren lassen – die Minnie Driver, die zuletzt ein sehr erfolgreiches COUNTRY-Album auf den Markt brachte.

Patrick Wilson hat sich einen Namen am Broadway auf der Bühne gemacht, als er lange Zeit u.a. in der Musical-Komödie „The Full Monty“ („Ganz oder gar nicht“) gesungen und gestrippt hat. Großer Erfolg wurde ihm beschieden, als er im vergangen Jahr neben Al Pacino, Meryll Streep und anderen Schauspielgrößen in Mike Nichols' mehrfach preisgekrönten Verfilmung von Tony Kushners „Angels in America“ als Joseph Porter Pitt im amerikanischen Fernsehen zu sehen war (im 2. Quartal 2005 in der ARD). Sein letzter Kinofilm war „Alamo“. Dem Raoul im Phantom haucht Wilson Unschuld ein, dennoch mit dem gewissen Extra an Selbstvertrauen und Männlichkeit.

Michael Crawford war eigentlich prädestiniert für die Rolle des Phantoms. Er feierte damit große Erfolge am Londoner West End und ist sicherlich einer der ganz großen britischen Musicaldarsteller. Joel Schumacher wurde von Fans angegiftet ob der vermeintlichen Fehlentscheidung für den Schotten Gerard Butler, der eher an der Seite von Angelina Jolie in Lara Croft bekannt wurde und als ein Nachfolger von Pierce Brosnan in der Figur des James Bond gehandelt worden war. Der Regisseur verwies darauf, dass Llloyd Webber die Rolle gecastet habe und einzig dieser für die Besetzung zuständig ist. Das „Warum“ bleibt im Unklaren.

Ob Gerard Butler dem britischen Denkmal Crawford ebenbürtig ist, wird jeder selbst entscheiden müssen. Weder schauspielerisch noch gesanglich enttäuscht das Phantom. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die deutschen Stimmen: sowohl der Soundtrack auf CD, als auch im Kinofilm lässt man sich gerne auf die deutschen Liedtexte dank der Interpreten ein. Einzig die nicht ganz gelungene Lippensynchronisation stört hin und wieder den Gesamteindruck.

Der Film

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Gerard Butler
© Dirk Jung
Einige Kritker sagen, dass man aus dem Film mehr hätte herausholen können, aber dies scheinen offenbar keine eingefleischten Musicalfans zu sein. Der Film, wie der Song und Emmy Rossum für einen Golden Globe nominiert, ist genauso, wie er sein muss: ein Musicalfilm. Die Musik kommt mit einer Intensität daher, wie sie es in keinem Theater der Welt unter normalen Bedingungen täte. Den modernen Kino-Soundsystemen und dem gigantischen Symphonieorchester sei Dank, dass sich das Bühnenstück und der Film nicht in die Quere kommen, sondern ergänzen. Jeder Phantom-Fan wird sich zu Beginn des Stücks an die „Illumination“ des Kronleuchters erinnern – die Verwandlung der Orgelpfeifen in einen Chor von Blasinstrumenten, die Jerichos Mauern zu Fall bringen könnten. Im Kinosaal wird alles Dagewesene getoppt: man fühlt sich in ein Meer von Klängen eingetaucht, in dem man sich gerne hineinfallen läßt, um später seicht wieder in die Welt des Films zurückgeholt zu werden. Während der Illumination ist alles um einen herum auf wundersame Weise Musik, es ist wie ein imaginärer, klangvoller Eingang in die Handlung des Films. Und schnell wird einem bewusst, dass die Musik eine der Hauptrollen spielt.

Tricks, die nur filmisch möglich sind, muss man nicht vermissen, sind aber dezent eingebaut, sodass sie „Nebeneffekte“ und keine „Special Effects“ sind. Übergänge von schwarz/weiss in Farbe oder vom Trick- zum Realfilm untermalen die Stimmung des Films und lassen das, was folgt, noch etwas intensiver wirken. Hervorragend das Auge des Kameramanns, der jedes Einzelbild des Films für eine Veröffentlichung in einem Fotoband vorgesehen haben mag.

Joel Schumacher

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Joel Schumacher
© Dirk Jung
Joel Schumacher wollte die Rollen alle mit jungen Schauspielern besetzten. „Das kannst Du machen – aber singen müssen sie können“, war Andrew Lloyd Webbers Reaktion. Hintergrund für Schumacher war nicht, dass er älteren Menschen die Fährigkeit einer Romanze nicht zugestehen würde: „Ich finde, Christines Charakter ist so unschuldig, dass Jugend das unterstützt“. Er tat gut daran – wohl kaum hätte sonst ein aufgehender Stern wie Emmy Rossum die weibliche Hauptrolle erhalten. Überhaupt passen alle Charaktere sehr gut zueinander. Die auffälligste Erscheinung neben dem Phantom ist wohl La Carlotta – Minnie Driver, der man hier und da auch etwas Unberechenbarkeit und Divenhaftes nachsagt, scheint sich selbst zu spielen. Dann aber wohl doch etwas überzogen, dass man sich auf jeden einzelnen Auftritt dieser strapaziösen Figur freut.

Premiere

Die Stimmen des Münchner Premierenpublikums waren größtenteils positiv. Die, die Musicals nichts Besonderes abgewinnen können, hatten mit dem Film Schwierigkeiten – die, die bekennende Musicalfans sind, waren begeistert. Anerkennung wurde allerdings den Darstellern, dem Regisseur und nicht zuletzt Andrew Lloyd Webber für dieses Gesamtkunstwerk von allen Seiten gezollt.

Im passenden Ambiente der alten Münchner Musikhochschule ließ sich der Film bis spät in die Nacht standesgemäß feiern. Der auf kleinstem Raum abgesperrte VIP-Bereich unterband Gespräche mit den Hauptakteuren des Abends – gerade die waren es doch, die gefeiert wurden und mit denen man sich in informeller Weise austauschen wollte. Angenehm, wenn einige dieser Hauptakteure sich in ihrem Distrikt beengt fühlten, ihre Freiheit in der Weite des historischen Gemäuers suchten und sich auch einem Smalltalk mit den geladenen Gästen nicht verschlossen.
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Andrew Lloyd Webber
© Dirk Jung

FAZIT

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Gerard Butler, Minnie Driver, Emmy Rossum, Patrick Wilson © Dirk Jung
Alles in allem ein sehens- und hörenswerter Film – mit eingängigen Songs in bester Musicalmanier, ansehnlicher Ensembleleistung und wunderschönen Bildern. Die englischen Zeitungen würden, wenn sie es nicht getan haben, schreiben: Overwhelming! It's a Triumph! British Musical at its best!

weitere Links folgen

Phantom der Oper Galerie

Really Useful Group

Firma von Andrew Llloyd Webber

Minnie Driver Fan Site

Patrick Wilson Fansite

lädt etwas länger, ist aber nett..

Gerard Butler Fansite

Schöne Site mit Unterseite zum Phantom-Film

Hier können Sie Karten für das Phantom der Oper bestellen


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