Friday, 3. September 2010, 19:08 Uhr | |
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BärenbrüderElche gut, alles gut
Von Dirk Jung Abspann nicht vergessen Zwei besonders nette Kreaturen tauchen in der Szenerie immer wieder auf: die beiden nach Alaska eingewanderten Elche Benny und Björn – ob die Namensgeber da wohl an eine schwedische Popgruppe dachten? Würde es bei animierten Filmen auch eine Oscars®-Kategorie für die besten Nebendarsteller geben, so könnte es keine anderen Gewinner geben. Diese beiden leicht unterbelichteten Geweihträger liefern beim jüngeren, wie beim älteren Publikum gleichermaßen die meisten Lacher. Und als sich die beiden auf recht niedliche Weise gegenseitig ihre Liebe gestehen, wird auch der letzte Zweifler über die bis dahin nur angedeutete Beziehung der beiden zueinander aufgeklärt sein. Die Natur – so natürlich wie möglich Die Natur sollte mit den Mitteln der Zeichentrickkunst dargestellt werden – so natürlich, wie möglich: unterschiedliche Schichten des Himmels, unterschiedliche Arten von Wolken, raue und primitive Landschaften, Berge, die sich auf Berge türmen und nicht zuletzt natürliche Bewegungsabläufe der dargestellten Figuren. Besondere filmische Mittel wurden hinzugezogen, um die Darstellung der Verwandlung von Kenai in einen Bären und sein Leben als Bär zu unterstreichen. Einerseits werden dem Film die kräftigen Farben vor der Verwandlung entzogen, um sich danach noch kräftiger als zuvor zu präsentieren. Und hier wird das Filmformat von dem gewohnten 1,85:1 in das beeindruckende Cinemascope mit 2,35:1 geöffnet. Der Zuschauer, wenn er es überhaupt bemerkt, wundert sich kurz, weiß aber nicht genau, ob sein Eindruck ihn nicht täuscht, ob der Film plötzlich „breiter“ wurde. Nicht überhörbar ist, daß zu diesem Zeitpunkt auch der Sound voluminöser wird. Phil Collins auf Deutsch Hört man sich die musikalische Untermalung und die Songs an, so läßt sich eine solide Arbeit von Phil Collins feststellen. Im Gegensatz zu den englischen Original-Songtexten hören sich die von Phil Collins in deutsch gesungenen Lieder, wie schon bei „Tarzan“, etwas gewöhnungsbedürftig an. Da fragt dann schon mal ein Kind im Publikum seine Mutter: „Warum singt der denn so komisch?“. Besonderes Augenmerk sollte man auf eine Aktion richten, die Buena Vista International (die Verleihfirma des Films) zusammen mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) organisiert. Beide stellen gemeinsam einen kostenlosen Unterrichtsleitfaden für Schulen zur Verfügung und neben weiteren Informationen zum Film unter baerenbrueder.de gibt es unter wwf.de/baerenbrueder.de mehr zu diesem gemeinschaftlichen Unterfangen. Die Geschichte um die drei Brüder Kenai, Sitka und Denahi konnte sich gegen die Konkurrenz bei den diesjährigen Oscars® nicht durchsetzen. Mit „Findet Nemo“ und „Das große Rennen von Belleville“ (Bundesstart: 8. April 2004) waren in der Kategorie zwei weitere Schwergewichte der Animationskunst nominiert. Letzterer, eine französisch-kanadisch-belgische Produktion um eine Großmutter, die mit ihrem Hund auf die Suche nach ihrem auf der Tour de France verlorengegangenen Enkel geht, ist sicherlich einer der skurillsten und besten Filme des deutschen Kinojahres. Doch mit dem Kassenschlager „Findet Nemo“ (bis Februar 2004 860 Millionen Dollar Einspiel und damit der weltweit erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten) konnte ein ebenso hervorragender Film die Trophäe nach Hause holen.
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