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"Das Leben der Anderen" gewinnt den Oscar

Florian Henckel von Donnersmarcks Film erst der dritte deutsche Filmbeitrag mit Auszeichnung der Academy

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Florian Henckel von Donnersmarck
© AMPAS

Das Leben der Anderen gewinnt den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film 2007.

Von Dirk Jung

Eine kleine Überraschung hat sich in dieser Nacht in Los Angeles zugetragen: der deutsche Beitrag zu den diesjährigen Oscars erhielt die begehrte Statue. Trotz einer sehr starken Konkurrenz mit Filmen wie "Volver" des spanischen Kultregisseurs Pedro Almodóvar und Penélope Cruz in der Hauptrolle oder auch dem sechsfach nominierten mexikanischen Beitrag "Pans Labyrinth" konnte sich der in Deutschland sehr erfolgreiche Film von Florian Henckel von Donnersmarck durchsetzen.

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Die Blechtrommel - Filmplakat
1980 erhielt Schlöndorfs Film den Oscar - nach ihm bis heute nur 2003 Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika"
© AMPAS

Nach "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff 1980 und "Nirgendwo in Afrika" von Caroline Link im Jahr 2003 ist "Das Leben der Anderen" erst der dritte deutsche Film, der durch den begehrtesten Filmpreis der Welt geadelt wurde.
Neben vielen Filmpreisen wie z.B. sieben Deutschen Filmpreisen (Lola) konnte "Das Leben der Anderen" auch den Bayerischen Filmpreis und ebenso den Europäischen Filmpreis in den Kategorien "Bester Schauspieler" (Ulrich Mühe), "Bester Regisseur" (Florian Henckel von Donnersmarck) und "Bestes Drehbuch" (Florian Henckel von Donnersmarck) mit nach Hause nehmen.

Eine kleine, für Martina Gedeck (im Film Christa-Maria Sieland) unangenehme Anekdote: da der Regisseur nur eine begrenzte Anzahl von Personen mit in das Kodak Theatre nehmen durfte, entschied sich dieser für seine Frau als weibliche Begleitung, wodurch Marina Gedeck sich wohl den glücklichen Moment im Hotel ansehen musste.

Der Regisseur wurde am 2. Mai 1973 in Köln als Florian Maria Georg Christian Graf Henckel von Donnersmarck geboren. Er ist verheiratet mit Christiane Asschenfeldt, mit der er zwei Kinder hat. Neben einem Studium in Oxford hat er eine Ausbildung bei Sir Richard Attenborough genossen.

Auszüge der Journalisten-Fragen an Von Donnersmarck nach dem Gewinn

Von Donnersmarck erzählt bei der Pressekonferenz nach der Oscar-Verleihung auf die Frage, ob ihn amerikanische Filme beeinflusst hätten, dass es neben Elia Kazan, Robert Zemeckis und Francis Ford Coppola auch europäische Regisseure waren, die ihn beeinflussten - die aber auch in den USA erfolgreich waren wie z.B. Alfred Hitchcock. Sydney Pollack sei ein weiterer Regisseur, den er sehr liebe.
Auf die Frage, in welchem Verhältnis er zu Arnold Schwarzenegger stehe, erläutert der Regisseur, dass er mit seiner Erwähnung während der Dankesrede lediglich verdeutlichen wollte, dass man alles Erträumte im Leben erreichen könne, wenn man es wolle. So habe er als Kind in einer Videothek die Cover-Zeichnung von Schwarzenegger als "Conan, der Barbar" auf einer Videocassette gesehen und gedacht, so könne ein Mensch nur gezeichnet aussehen. Als er dann auf der Rückseite Fotos gesehen habe, sah Schwarzenegger sogar noch besser aus als gezeichnet. Der Mann habe ihn immer fasziniert und es sei diese Entschlossenheit und Willenskraft, dass man alles erreichen könne, was man wolle. Das sei es, was für ihn Schwarzenegger verkörpere, mehr als alles andere. Und von Donnersmarck fügt hinzu, er hoffe, dass man ihn nicht missverstanden habe und er es nicht als Unterstützung der Todesstrafe oder etwas anderem verstanden sehen wolle.
Einer der Journalisten fragte ihn, ob sein Gewinn für die Qualität des internationalen Films spreche. Von Donnersmarck glaubt, dass dem so sei. Guillermo (del Toro) habe jeden einzelnen Preis, den er erhielt, verdient. Er sei ein Genie. Leute sehen ihn oft als eine Art Monstertyp - er sehe ihn als jemanden, der so viel "Amor" in sich habe. Vor der Oscar-Verleihung hätte er Guillermo gesagt, wenn dieser gewinnen würde, wäre er damit glücklich. Und sein Kollege habe erwidert, für ihn gelte das gleiche. Es ist ein tolles Gefühl, Menschen da draussen zu haben, die so seien, die man so sehr respektiere. Dann ist das Gefühl zu gewinnen sogar noch schöner. Auf eine Art bin ich traurig, dass Guillermo nicht gewonnen habe - aber nicht SO traurig.
Ein weiterer Journalist fragte, ob nach dem Start des Films in Deutschland sich die Zahl derer erhöht habe, die Einsicht in ihre Stasi-Akten verlangt hätten. Von Donnersmarck zeigte sich überrascht von dieser so treffenden Frage: "Das ist eine sehr gute Frage. In der Tat, ja. Mir wurde gesagt,[..]dass sich die Anzahl verdoppelt habe.[...]Für diejenigen von Ihnen, die das nicht wissen, man hat in Deutschland das Recht darauf, die (eigenen) Akten einzusehen, zu lesen, was die Stasi über jemanden herausfand während dieser Jahre des Machtmissbrauchs. [..]Weniger als zehn Prozent der Akten wurden bislang angefordert und eingesehen. Die Menschen sind zögerlich, wenn es darum geht, ihre eigene Vergangenheit anzuschauen und ich freue mich, dass mein Film einige mehr dazu bewogen hat, dies zu tun."

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Hier die Übersetzung der Dankesrede von Florian Henckel von Donnersmarck:

" Ich danke den Akademie-Mitgliedern von ganzem Herzen für diese Ehre. Und ich danke Michael und Tom von Sony Classics, dass sie "Das Leben der Anderen" ausgewählt haben und zu Ihnen (nach Amerika)gebracht haben. Ich danke Deutschland und Bayern dafür, dass sie diesen Film möglich machten. Meine großartigen Abteilungsleiter, dass Sie diesen Film mit mir machten.
Schwarzenegger danke ich dafür, dass er mich lehrte, die Wörter "Kann ich nicht" sollten aus meinem Vokabluar gestrichen werden. Und meiner kompletten Crew. Ich danke meinen Produzenten, den Commisioning Editors, den Verleihern, den Geldgebern. Ich danke meinem Bruder Sebastian für die Hilfe beim Drehbuch und "Baumba" (Anm.: Erna Baumbauer) für den Glauben an mich. Aber am meisten danke ich meinen Schauspielern/innen, besonders Ulrich (Mühe) und Sebastian (Koch), Ihr seid die größten Künstler und lasst niemanden Euch etwas anderes erzählen.
Zuletzt meine Frau Christiane. Nein, ich muss dieses eine noch sagen. Nur dieses eine: Christiane, ich liebe dich. "

Das Leben der Anderen
Deutschland
Produktionsfirma: Wiedemann & Berg Productions
Produzenten: Quirin Berg, Max Wiedemann
Regisseur/Drehbuchautor: Florian Henckel von Donnersmarck
Kamera: Hagen Bogdanski
Schnitt: Patricia Rommel
Produktionsdesign: Silke Buhr
Kostüme: Gabriele Binder
Sound: Hubertus Rath
Musik: Stéphane Moucha
Schauspieler/-innen
Martina Gedeck (Christa-Maria Sieland), Ulrich Mühe (Hauptmann Gerd Wiesler), Sebastian Koch (Georg Dreyman), Ulrich Tukur (Oberstleutnant Anton Grubitz), Thomas Thieme (Minister Bruno Hempf), Hans-Uwe Bauer (Paul Hauser).

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