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Saturday, 11. September 2010, 02:57 Uhr | Diese Seite wurde eingestellt am Monday, 25. February 2008, 11:45 Uhr | letztes Update der Seite:25.02.2008, 11:45 Uhr

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Deutsch-Österreichische Koproduktion "Die Fälscher" gewinnt Oscar

Europa dominiert bei den amerikanischen Filmpreisen

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© A.M.P.A.S.

"Die Fälscher", Gemeinschaftsproduktion aus Österreich und Deutschland, gewann in der Nacht zu Montag den heißbegehrten Academy Award für den besten ausländischen Spielfilm.

Von Dirk Jung

Nach 2006 moderierte Jon Stewart zum zweiten Mal die Oscar-Verleihung aus dem Kodak Theater in Hollywood. Die Verleihung des auf einer Filmrolle stehenden goldenen Schwertträgers, hinlänglich als "Oscar" bekannt, wurde am 24. Februar (Ortszeit) zum 80. Mal veranstaltet.


Die Spanierin Penelope Cruz verkündete den Gewinner des besten ausländischen Films, der an diesem Abend aus Deutschland und Österreich kam. Teilweise in den Babelsberger Studios gedreht, u.a vom ZDF mitproduziert und von der Filmförderung Hamburg unterstützt, sendete unser Nachbarland "Die Fälscher" in das Rennen um die Filmauszeichung. Dies war erst das zweite Mal, dass ein Film aus dem Alpenland für einen Oscar nominiert war und erstmals gewann. Stefan Ruzowitzky hofft nun sehr, "dass diese angesehene Auszeichnung uns österreichischen Filmemachern hilft, [..] den Film in Österreich zu stärken. Ich kann zudem die Politiker mehr unter Druck setzen, die Filmindustrie mehr zu unterstützen."
In dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film über eine Geldfälscheraktion im KZ Sachsenhausen wird die Situation der Häftlinge geschildert, die den Auftrag zur Herstellung von britischen Pfund-Blüten erhielten.
Die Oscar-Verleihung wurde erstmals vom ORF live übertragen - zurecht.

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Marion Cottilard als Edith Piaf
© Universum Film



Bei den Nominierungen für die beste weibliche Hauptdarstellerin waren mit je einem bereits gewonnen Golden Globe zwei Favoritinnen bei den Oscars: die beeindruckende Julie Christie als Fiona Anderson in "An Ihrer Seite - Away from Her" und Marion Cottilard in der Rolle als Edith Piaf in "La Vie en rose". Der Film eröffnete die letztjährige Berlinale und Cottilards Qualitäten sorgte schon hier für Aufsehen. Gewinnerin des Oscars war dann auch die junge Französin, die in ihrer Dankesrede besonders den Regisseur Olivier Dahan erwähnte - bevor sie sich "sprachlos" von der Bühne bewegte. Die Umweltschützerin Cottilard ist Sprecherin von Greenpeace in Frankreich. Während der anschließenden Pressekonferenz verriet sie: "Mein Ziel war es, sie (Piaf) zu verstehen, ihr Herz zu verstehen, ihre Seele, also ging ich so tief, wie ich konnte. Ich habe alles dafür getan, um sie in mir zu finden. Aber es war nicht so schwer, weil ich sie wirklich liebe". Cottilard war nicht nur gesprächiger, als bei ihrer Dankesrede, zum Schluss sang sie auch ihr Liebelingslied der französischen Legende.

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Daniel Day-Lewis
Michael Yada / ©A.M.P.A.S.



Daniel Day-Lewis gewann als bester Hauptdarsteller einen Academy Award. Schon bei der Berlinale Anfang des Monats wurde der Brite in der Hauptrolle von "There Will Be Blood" für einen Bären hoch gehandelt, konnte jedoch keine AUszeichnung aus Berlin mitnehmen. Dennoch hat er in der Rolle des Daniel Plainview bereits viele der wichtigen Preise gewonnen - Golden Globe, SAG-Award, viele Kritikerpreise. Der Oscar war nun eher eine logische Folge, als eine Überraschung. Es ist sein zweiter Oscar: 1989 rührte er Millionen Menschen mit seiner Darstellung des gelähmten Christy Brown in "Mein linker Fuß", als er mit dem einzigen beweglichen Gliedmaß, seinem linken Fuß, schreibt und malt.

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Javier Bardem
© Dirk Jung



Javier Bardem konnte als bester Nebendarsteller in "No Country For Old Men" mit einer Trophäe nach Hause fahren, wie zuvor schon mit einem Golden Globe. Bei seiner Rede im Kodak Theater dankte er den Coen-Brüdern u.a. dafür, ihm einen der schlimmsten Haarschnitte der Geschichte verpasst zu haben - er bedankte sich in spanischer Sprache bei seiner Mutter und widmete den Oscar Spanien. In der nachfolgenden Pressekonferenz erklärte er die größte Schwierigkeit seines Charkaters: "...der schwierige Teil des Charakters war, dass alles konstruiert werden musste. Es wurde nichts erklärt; Weder in der Buchvorlage noch im Drehbuch. Also, alles was man sieht, was man hört, was man fühlt passiert, weil die Coens und ich es so zusammen entwickelten...".
Im Jahr 2001 war er bereits einmal als bester Hauptdarsteller in dem Film "Bevor es Nacht wird" über den kubanischen Autor Reinaldo Arenas nominiert.

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Tilda Swinton
© Dirk Jung



Etwas überraschend war bei den Frauen in gleicher Kategorie der Preis für Tilda Swinton - nicht wegen mangelnder schauspielerischer Qualitäten, denn mehr aus dem Grund, dass Cate Blanchett mit zwei Nominierungen in den beiden weiblichen Schauspieler-Sparten leer ausging.
Auf der Bühne versprach Swinton, den Oscar an ihren Agenten Brian Swardstrom zu verschenken - hinter der Bühne tat sie es. George Clooney, der sich am Set des Films offenbar als großer Witzereißer entpuppt hatte, zahlte die britische Schauspielerin es bei ihrer Danksagung heim: "George Clooney, weißt Du, die Ernsthaftigkeit und die Hingabe zu Deiner Kunst, Dich in das Gummi-Fledermaus-Kostüm aus "Batman und Robin" steigen zu sehen, das mit den Nippeln, jeden Morgen in Deinem Kostüm, am Set, abseites des Sets, zum Mittagessen kopfüber runterhängend, DU erschütterst, Mann."
Tilda Swinton antwortet auf die Frage eines Journalisten, was durch ihren Kopf ging, als sie ihren Namen hörte. "[..] Ich glaube, ich hörte einen anderen Namen und auf einmal hörte ich langsam meinen eigenen. Ich erhole mich noch von diesem Moment - und ich habe absolut keine Ahung von dem, was danach passierte. Also, Sie wissen, Sie können mir erzählen, dass mein Kleid von mir fiel und ich muss es Ihnen glauben, seien Sie also nicht grausam!". Ob sie beunruhigt sei, dass die SAG (amerikanische Schauspieler-Gewerkschaft) streiken könnte? "Ich bin nie darüber beunruhigt, dass es einen Streik geben wird. Steiken ist das, was wir tun können, wenn Bedingungen nicht ordentlich sind. [..] Ich habe das große Glück, Europäerin zu sein, es gibt also andere Orte, an denen ich arbeiten kann, aber ich habe amerikanische Projekte am Laufen, [..] die abwarten, was passiert, wenn ein Streik ansteht. Ich würde sicherlich keinen Streik brechen."



Im Gegensatz zu "There Will Be Blood", der mit acht Nominierungen zwei Preise erhielt (neben Day-Lewis den für die beste Kamera), konnte der Coen-Film "No Country For Old Men" die Erwartungen übertreffen. Ebenfalls acht Mal für eine Trophäe vorgeschlagen, konnte das Brüderpaar Etahn und Joel Coen vier davon entgegennehmen - und das gleich in zwei der wichtigsten Sparten: "Beste Regie" und "Bester Film". Zu diesen Statuetten kam noch die für Bardem hinzu, wie auch eine für das beste adaptierte Drehbuch (eine Buchvorlage, die zu einem Drehbuch umgeschrieben wurde).

Der letzte Film der Bourne-Triologie, "Das Bourne Ultimatum", wurde drei Mal berücksichtigt - wie beide Filme zuvor wurden einige Szenen auch in Deutschland gedreht und mitproduziert.

Interessant: Alle vier Schauspiel-Preise gingen an Europäer - das erste Mal seit 44 Jahren, als 1965 Lila Kedrova, Peter Ustinov, Julie Andrews und Rex Harrison gewannen.



Einige Links zu Beiträgen auf unseren Seiten:

Der Ausputzer - Michael Clayton

 Golden Globes 2008 verliehen

Berlinale-Eröffnung mit Standing Ovations - Eröffnungsfilm "La Vie En Rose" begeistert (

 La Vie en Rose eröffnet Berlinale-Wettbewerb  An Ihrer Seite - Away From Her

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