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Sunday, 26. May 2013, 11:35 Uhr | |
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D. Stolte, Berliner MorgenpostBegonnen werden soll hier mit einem Kommentar des ehemaligen ZDF-Intendanten Prof. Dr. h.c. Dieter Stolte aus der Berliner Morgenpost, dessen Herausgeber er ist Berlin,
29.12.2004 (ots) - Das Gefühl noch einmal davongekommen zu sein, ist
eine Erfahrung, die jeder von uns schon einmal gemacht hat. In einer
solchen Situation werden wir kleinlaut und demütig. Je nachdem, wie
existentiell die Erfahrung war, danken wir unserem Schöpfer oder den
Menschen, die uns vor dem Schlimmsten bewahrt haben. Aber auch
diejenigen, die von einer existentiellen Situation noch nicht betroffen
waren, beginnen zu begreifen, welches Glück sie bisher hatten. Ihnen
wird bewußt, wie sehr wir alle von Naturgewalten und technischen
Mängeln, aber auch von eigener Unzulänglichkeit und Fahrlässigkeit
bedroht sind. Solche Erfahrungen machen nachdenklich, sie sollten aber
auch unsere Herzen öffnen. Die Sturzflut der Wellen, die in den frühen
Morgenstunden des 2.Weihnachtsfeiertages ganze Landstriche der
Anrainerstaaten des Indischen Ozeans unter sich begrub, hatte
apokalyptische Ausmaße: Tausende von Menschen wurden in den
Wassermassen begraben, von einstürzenden Mauern erschlagen, Familien
wurden auseinandergerissen. Paradiesische Strände und Landschaften
verwandelten sich in kürzester Zeit in Orte des Grauens. Die Bilder in
den Medien zeigen uns Menschen, die Hilfe brauchen: vor Ort, um sie mit
dem Allernötigsten zum Leben, zum Überleben auszustatten: Wasser,
Nahrungsmittel, Kleidung und vor allem Medikamente und fachkundige
Betreuung. Aber schon in Kürze wird es um mehr gehen, um neue
Lebensgrundlagen für die Überlebenden. Die UNO hat bereits das größte
Hilfsprogramm ihrer Geschichte angekündigt; viele Länder, darunter auch
die Bundesrepublik Deutschland, werden helfen. Aber wir sollten es
nicht den nationalen und internationalen Organisationen allein
überlassen. Wenn wir davon überzeugt sind, daß wir in einer globalen
Welt leben, dann sollten wir in dieser schweren Stunde Solidarität üben
mit den Menschen in Indonesien, Sri Lanka, Indien, den Malediven,
kurzum überall dort, wo sich die Naturkatastrophe auswirkte. Jeder von
uns sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten zu einer Spende bereit sein
und damit zum Ausdruck bringen, daß wir auf unserem Planeten Erde nur
gemeinsam leben können, selbst dann, wenn wir das Gefühl haben sollten,
noch einmal davongekommen zu sein. Tweet |
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